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Freitag, 14. Februar 2014

Was ist eine SHE?

Eine "SHE" ist eine "Sidetracked Home Executive"; eine "abgelenkte Hausfrau". Nein, das ist keine wortwörtliche Übersetzung, aber mit diesem Post möchte ich auch lieber ein Beispiel vom lebenden Subjekt zum besten geben. 

Wer die FlyLady-E-Mails zumindest mal überflogen hat, ist sicher das eine oder andere Mal über diesen Begriff gestolpert und hat vielleicht auch ein schönes Beispiel dazu gelesen. Hier ist meins:

Die Gewohnheit des Monats Februar (habit of the month) ist ja "Decluttering for 15 minutes a day" - also 15 Minuten am Tag aufräumen / entrümpeln. Aufräumen klingt für mich viel sympathischer, denn wenn ein Haushalt erstmal "entrümpelt" werden muss, dann ist es höchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen.

Auf der Suche nach Arbeit ging ich in den Keller hinunter. Unser "Lager" sieht zum Fürchten aus, weil da alles schnell-schnell reingestellt wurde, weil ja die anderen Kellerräume noch nicht so weit fertig sind. Also ist das der Raum, der teils "richtig" eingeräumt ist (Weihnachtsdeko z.B.) und teils nur als Zwischenlager dient. 

Da ich vor ein paar Tagen erst wieder Kinderklamotten aussortiert hatte, standen im Flur noch 2 Kartons rum, die ich zu den anderen Klamottenkartons stellen wollte. Das Schrankfach war aber noch nicht richtig eingestellt, also musste ich es erst versetzen, damit ich die Kartons im Schrank unterbringen konnte. Dabei fiel mir auf, dass der Schrank noch gar nicht sauber gemacht war seit dem Einbau. Also nach oben geflitzt, feuchte Allzwecktücher besorgt (meine Geheimwaffe im Haushalt) und den Schrank ausgeräumt, sauber gemacht und wieder eingeräumt. 

Die Klamotten waren ordentlich verstaut. In Pampers-Kartons. Nun ändern die ja alle paar Monate die Packungsgröße (weniger Windeln zum gleichen Preis), und ich stellte fest, dass mir diese Größe ausging, die so gut in unseren Schrank passte. Die neuen waren viel schmaler und länger - und wo ich schon im Keller war, habe ich gleich mal ausprobiert, ob die noch reinpassen. Glück gehabt. Geht noch. 

Auf der Suche nach den leeren Kartons fiel mir ein anderer Karton ins Auge: der MacLaren Rocker (unsere Babywippe). Super! Den hatte ich schon gesucht! Voller Elan schnappt ich mir den Karton und trug ihn zur Treppe, unter der wir die Babywippe versteckt hatten. Hm, so weit so gut, aber wie kriege ich das Teil jetzt da rein?

Nach ein paar Minuten Rumgefummel hatte ich es dann rausgefunden, die Wippe nackig gemacht und ordnungsgemäß im Karton verstaut. Dabei fiel mir jedoch auf, dass ja noch der Spielbügel fehlte. Das Teil, das oben im Kinderzimmer immer in der Spielzeugkiste störte. Und weil ich grad dabei war, wollte ich die Wippe auch komplett und ordentlich verstauen. Sonst würde ich mich jeden Tag, wenn ich den Bügel oder einen der Anhänger gesehen hätte, darüber ärgern, dass die nicht weggeräumt waren.

Der fehlende Spielbügel (komplett)



Also Treppe rauf, Bügel aus dem Kinderzimmer gesucht. Achja, da fehlen ja die Anhänger. Wo sind die nur...? In einer der Spielzeugkisten hatte ich dann einen gefunden. Nebenher habe ich das Kinderzimmer aufgeräumt und das Spielzeug wieder in die Kisten geräumt (wenn ich schon dabei bin). 

Dann habe ich gehofft, einen im Schlafzimmer finden. Achja, da auf der Anrichte! Dabei fiel mir auf, dass der Mülleimer voll war, also den schnell leer gemacht. Dann habe ich den vollen Wäschekorb gesehen und den schnell verräumt. Damit war er leer und ich konnte den Müllbeutel und den Müll aus dem Kinderzimmer da rein tun. (Plus den Spielbügel mit den beiden Anhängern) 

Achja, der Mülleimer braucht ja noch einen neuen Beutel. Ok, jetzt aber runter. Ob der dritte in der Kiste mit dem aussortierten Spielzeug ist? Nein, aber ich habe ihn im Spielhaus gefunden. Jetzt war der Bügel komplett. Bevor ich aber in den Keller ging, habe ich noch den Müll rausgebracht, um gleich den Wäschekorb mit nach unten nehmen zu können. 

Dann den Spielbügel in den Karton, zugemacht und verstaut. In der Wippe lagen aber noch der Sonnenschutz vom Kindersitz, der musste noch weggeräumt werden. Und der Wintereinsatz vom Kinderwagen hatte auch auf der Wippe gelegen, der wurde noch dem Kinderwagen zugeteilt. Hm, der steht auch nur im Weg, der könnte eigentlich in den Keller... Nee, das darf Schatzi machen.

So, was wollte ich eigentlich? Achja, die Wäsche aus dem Keller holen und oben aufhängen...

Montag, 20. September 2010

Renew Your Spirit Day vs. Crisis Cleaning

Sonntags ist FlyLadys "Renew Your Spirit Day" - also ein Tag zur Erholung, ein Tag, um die leeren Batterien wieder aufzufüllen. Finde ich eine sehr gute Sache und brauche ich definitiv auch - mit Hausbau und Hochzeitsplanung ist der Samstag meistens schon komplett verplant (und wenn nicht damit, dann ist gerade wieder irgendwo eine Geburtstagsparty, wo wir auftauchen müssen) - und wenn man am Wochenende schon den ganzen Samstag Stress hat, sollte der Sonntag doch auch mal ruhiger angehen können.

Leider ist mir noch kein besseres Wort für "soziale Verpflichtungen" eingefallen, aber das liegt vermutlich an meiner inneren Einstellung. Mit dem FlyLady-System versucht man ja, von seiner Märtyrer-Haltung "immer ich!" wegzukommen, aber wenn ich Sonntags nicht meine Ruhe habe oder mir jemand (oder etwas) quer kommt, und nicht so läuft, wie es soll, dann werde ich echt grätzig (unausstehlich) und - wie jetzt geschehen - ich komm einfach nicht von dieser Märtyrer-Haltung los. Schuld ist sicher (auch) der Perfektionismus, der mir dann am Ende des Tages vorhält, was ich alles nicht geschafft habe - und der es mir schwer macht, das Erreichte zu sehen.

Also: Dank unserer Baustelle vorm Haus muss mein Freund und Verlobter jetzt öfter Hand anlegen. Dafür hat er extra den Freitag und Samstag eingeplant, damit "etwas voran geht". Wenn sich auf der Baustelle nichts tut, können wir schließlich auch nicht einziehen. Soweit so gut. Leider habe ich ihn infolgedessen am Freitag und Samstag so ziemlich gar nicht gesehen, und auch wenn er dann wenigstens Samstag früh kurz mit mir einkaufen war (naja, im Baumarkt eben, weil er was gebraucht hat) und auch mit mir gefrühstückt hat, war mir das doch insgesamt zu wenig gemeinsame Zeit.

Zugegeben, wären wir am Freitag Abend vorm Fernseher versumpft, hätte mich das auch aufgeregt, aber so musste ich einfach vieles alleine machen. Freitag war dabei noch ganz ok. Arbeitsteilung eben. Wenn er am Haus arbeitet, bin ich für den Haushalt zuständig. Soweit war alles in Ordnung. Einstellung (Geisteshaltung) ok, ich habe brav meine Gastgeschenke gebastelt und mich auch sonst beschäftigt gehalten, um nicht "faul aufm Sofa" rumzuliegen. Hätte mich natürlich da schon gefreut, wenn er mit mir einkaufen gegangen wäre, aber das ging eben nicht.

Samstag war ich dann den ganzen Nachmittag mit dem Geburtstagsgeschenk-Basteln beschäftigt. Dabei hätte er mir sowieso nicht helfen können, aber so ganz allein im Zimmer zu hocken war eben auch nicht mein Fall. Zu meiner Singlezeit hätte das besser geklappt ;-) Abends waren wir dann also auf der Party, und ich freute mich schon auf einen gemütlichen Sonntag zu Zweit.


Statt zu entspannen, wollte er aber unbedingt einen Spaziergang mit dem Hund machen. Kein Problem, bei dem Wetter mach ich das auch gern - aber er wollte auch noch Schlehen pflücken. Irgendwie konnte ich mich jetzt am Sonntag nicht mehr dazu durchringen, das nicht als Arbeit zu sehen. Habe mich mehr oder weniger breitschlagen lassen (ich weiß ja, dass es dann hinterher einen guten Wein gibt) und da er auch relativ schnell reagiert hatte, wenn ich weiter wollte, war es ganz angenehm.

Zuhause allerdings mussten wir noch ein wenig aufräumen - Crisis Cleaning war angesagt, denn wir hatten uns auf dem Geburtstag eine neue Verabredung eingehandelt. Eine Bekannte hatte sich bereit erklärt, beim Basteln zu helfen, und sie wollte so gerne wieder Karaoke singen, also haben wir gesagt: Klar, das machen wir dann nach dem Basteln mit der SingStar. Dazu sollte aber das Wohnzimmer, das nach dem Schlafzimmerkomplettumbau als Not-Ablageplatz für alles Gerümpel aus dem Schlafzimmer genutzt worden war, wieder nach "Wohnzimmer" aussehen.

Während ich also mit dem Wohnzimmer beschäftigt war, hat mein Schatz sich im Schlafzimmer um die PC-Verkabelung unseres neuen Arbeitsplatzes gekümmert. Da war wieder nichts mit "gemeinsam". Nachmittags waren wir dann zum Kaffee und Kuchen eingeladen (Geburtstagsreste vernichten), weswegen wir einige Stunden Zeit verloren und noch bis spät in die Nacht mit Aufräumen und PC-Zusammenstecken beschäftigt waren. Das war also der Sonntag.

"Renew your spirit" hat bei mir definitiv nicht funktioniert - ich war ziemlich deprimiert am Sonntagabend, denn obwohl das Wohnzimmer wieder einigermaßen vorzeigbar aussah und mein Freund es geschafft hatte, beide PCs wieder zum Laufen zu bringen, konnte ich nur daran denken, dass ich "nichts vom Sonntag hatte", dass ich das ganze Wochenende keine Gastgeschenke gebastelt hatte und "bestimmt 50 Stück im Rückstand" wäre (war natürlich übertrieben, aber so 15 / Tag war der Plan, also "nur" 30) und dass wir ja schon "2 getrennte Leben" führen würden, dabei "sind wir noch nicht mal verheiratet" (weil wir die ganze Zeit getrennt gearbeitet hatten). Sicher, ich hätte nicht viel helfen können. Aber nachdem schon der Freitag mit einer Shopping-Absage anfing, und sich dieses getrennte "arbeiten" das ganze Wochenende durchzog, war ich einfach nur noch enttäuscht und deprimiert.

In der Arbeit macht mir das komischerweise gar nichts aus. Habe ich überzogene Erwartungen ans Wochenende oder wie oder was? Vielleicht muss ich auch noch ein bisschen mehr in mich hineinhorchen, um mal nachzuspüren, welche Erwartungen / Hoffnungen ich denn wirklich hatte, dass ich dann am Ende SO enttäuscht war. Vielleicht hilft es ja, wenn ich wieder ein Stück weit in den "Single-Mode" zurückschalte, dann fällt es mir nämlich leichter, mich allein zu entspannen und Kraft zu tanken. In der Hinsicht bin ich wohl vom Beziehungsleben verwöhnt: Zu zweit entspannen ist halt doch was Schönes :-)